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IGEL

 

SITUATIONEN IN DENEN MENSCHLICHE HILFE ANGEBRACHT IST:

 

  1. Bei Igeln, die im Winter bei Eis und Schnee tagsüber draußen herumlaufen: Altigel sind dann offenbar krank, ihr Gewicht spielt in diesem Fall keine Rolle oder es handelt sich um Jungigel, die das nötige Winterschlafgewicht noch nicht erreicht haben und verzweifelt nach Futter suchen.

  1. Bei kranken und verletzten Igeln: Häufig sind Verbrennungen, die beim Abbrennen von Altgras, Laubhaufen und dgl. entstehen und Schnittwunden, hervorgerufen durch Rasenmäher und Sensen.

  1. Bei verwaisten Igelbabys: Besonders der Straßenverkehr zählt hier zu den häufigsten Verursachern. Findet man z.B. noch blinde Igeljunge, das wäre bis zu einem Alter von etwa 14-18 Tagen und zeigt sich auch nach mehrstündiger vorsichtiger Beobachtung das Muttertier nicht, dann dürfte es sich wirklich um ein verwaistes Jungtier handeln.

WICHTIG

Jungigel im Alter zwischen drei und vier Wochen verlassen oft auch untertags für kurze Zeit das Nest. Sie finden alleine wieder zurück sind unbedingt IN RUHE ZU LASSEN.

  1. „Untergewichtige“ Jungigel im Herbst: Bei diesem Problem gehen die Meinungen auseinander, von „unter 600 g ab 15.Oktober“ über „weniger als 800 g ab 01.November“ bis zu „unter einem Kilogramm ab 01.Oktober“ gehen hier die Angaben über das Mindestgewicht, damit der Jungigel den Winterschlaf überlebt bzw. zur Pflege ins Haus genommen werden darf.

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Freilanduntersuchungen haben aber gezeigt, dass Igel meist nur einmal im Jahr Junge werfen und zwar nach durchschnittlich 34-tägiger Tragzeit. Die ersten Geburten beginnen im Juni, die häufigsten Würfe werden aber im August, gefolgt vom September registriert. Herbstwürfe wohl nur nach Verlust der noch kleinen Jungen im Frühjahr. Im Alter von etwa 6 Wochen sind die Jungen dann nicht mehr auf die Mutter angewiesen und selbständig. Mit 70 Tagen haben die Igel ein Gewicht von 600-800 g erreicht.

Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass ein junger Igel, sollte er seinen ersten Winterschlaf überleben, ein Mindestgewicht von 450 g haben muss.

 

WICHTIG

Im November wirklich nur Igeljunge aufnehmen, die deutlich unter 500 g wiegen (Spätwurf). Findet man nun eine solche Familie, dann ist es am Besten, den gesamten Wurf mit dem Muttertier zu überwintern.

 

Bevor man solche Jungigel aufnimmt, wäre es sehr viel sinnvoller, dort wo das Jungtier beobachtet wurde, mit Hund- oder Katzenfutter aus der Dose zuzufüttern, besonders bei kalter Witterung. Bei Igeln ist besonders der Geruchssinn ausgeprägt und die Lerngeschwindigkeit ist bemerkenswert hoch. Sie finden daher ausgelegtes Futter sehr schnell und kommen dann jeden Abend.

Weiter sollte man Möglichkeiten zu witterungsgeschützten Überwinterung anbieten, wie Reisig- und Laub, Zugänge zu Hütte und der Gleichen schaffen.

Jungigel überwintern oft auch zu mehreren (Geschwister) in einem Winterschlafnest, was wiederum den Energieverbrauch senkt.

 

TIPP

Gestalten Sie, um auch nachfolgende Igelgenerationen einen geeigneten Lebensraum zu bieten, Ihren Garten mit Hecken, Blumenwiese, Versteckmöglichkeiten usw. reich an Nahrung und igelgerecht, dann werden Sie sich auch weiterhin an Ihrem Igel erfreuen können.

 

IGELPFLEGE

Igel sind Wildtiere. Sie gehören nicht in Laienhände und sind kein Kinderspielzeug. Geborgene Igel, egal ob krank, verletzt oder verwaist, sollten möglichst bald einer darauf spezialisierten Pflegestelle übergeben werden. Das nächste Tierheim kann Ihnen sicher derartige Adressen vermitteln.

 

JUGENDENTWICKLUNG

Bei der Geburt wiegen Igel 11-25 g und haben eine durchschnittliche Länge von 5,5 cm. Die Stacheln sind vorerst nicht zu erkennen und brechen einige Stunden nach der Geburt durch. Sie sind weiß und werden als Primärstacheln (1. Generation, etwa 110 Stacheln, etwa 1 cm lang) bezeichnet. Sie haben ihr Wachstum mit 10 Tagen abgeschlossen und fallen im Alter von 40-50 Tagen wieder aus. An Lautäußerungen ist bald nach der Geburt ein schrilles Piepen zu hören.

 

Ab dem 5. Tag beginnt, vorerst auf dem Rücken, die 2. Stachelgeneration zu wachsen, deren Spitzen weiß und der Rest dunkel ist. Sie umfasst bis zu 1000 Stacheln, die durchschnittlich 1,1 c, lang sind. Ihr Wachstum ist mit 20 Tagen abgeschlossen und auch sie fallen im Alter von 40-50 Tagen wieder aus. Die 3. Stachelgeneration, die total pigmentiert ist, beginnt zu wachsen. Sie umfasst bereits über 3000 Stacheln, ihre durchschnittslänge beträt 1,5 cm. Ihr Wachstum ist mit etwa 30 Tagen abgeschlossen, auch sie fallen wieder im Alter von 40-50 Tagen aus.

Mit einem Alter von 7 Tagen hat der Jungigel ein Gewicht zwischen 22 und 50 g erreicht. Nun ist frühestens „selbstbespeicheln“ zu beobachten.

 

Ab dem 8. Tag sträuben sich die Stacheln, die Jungen beginnen zu keckern.

 

Ab dem 11. Tag sind die Jungen in der Lage, sich einzurollen, beherrschen dieses Verhalten aber erst ab dem 16. Tag.

 

Mit 14-18 Tagen öffnen sich die Augen und die durchschnittliche Länge beträgt mit 14 Tagen 6 cm.

Mit erreichen des 17. Tages beträgt die durchschnittliche Länge 6,7 cm. Die 2. Stachelgeneration beendet am 20. Tag ihr Wachstum, das Dauerstachekleid, das etwa 8400 +/- 300 Stacheln unfasst (Ostigel weniger), beginnt zu wachsen. Die Länge variiert von 15,4-17,4 mm und weisen dunkel-hell-dunkel-Binden auf. Die durchschnittliche Körperlänge beträgt bereits 7,8 cm.

 

Ab der 3. Woche ist regelmäßig „Selbstbespeichelung“ zu beobachten.

 

Ab dem 22. Tag beginnen die Jungigel zeitweilig das Nest zu verlassen, auch untertags. Die durchschnittliche Länge beträgt 9,3 cm. Ab dem 24. Tag wird das Milchgebiss ersetzt, dass aber teilweise noch eine Zeit lang funktionsfähig bleibt, es wird erstmal feste Nahrung (Regenwurm) aufgenommen. Mit 25 Tagen sollte eine durchschnittliche Länge von 11,3 cm erreicht werden. Mit 4 Wochen beträgt das Gewicht nun durchschnittlich 200 g. Mit 29 Tagen erreicht die Länge durchschnittlich 14,6 cm, mit 32 Tagen bereits 19 cm.

 

Ab dem 40.Tag fallen die Stacheln der 1., 2. und der 3. Generation aus. Mit spätestens 6 Wochen ist das Ende der Säugezeit erreicht und die Jungigel ist ab diesem Zeitpunkt selbständig. Mit 70 Tagen haben Igel ein Gewicht von 600-800 g erreicht.

 

AUFZUCHT

 

ERNÄHRUNG

In freier Natur ernähren sich Igel, abhängig von der Jahreszeit, hauptsächlich von Käfern (Laufkäfer), Raupen von (Nacht-) Schmetterlingen und Regenwürmern. Daneben werden neben Gehäuse- und Nacktschnecken auch andere Arthropoden (Gliederfüsser) wie Tausendfüsser, Asseln und Spinnen gefressen. Obst wird jedoch kaum aufgenommen. Kleinere Igel sind in der Ernährung grundsätzlich auf kleinere Beutetiere angewiesen.

 

Igelmilch besteht aus 79% Wasser, 10 % Fett, 7 % Eiweiß und 2 % Kohlenhydrate (Lactose). Füttert man eine Ersatzmilch mit höherem Kohlenhydratanteil, dann führt das, da der Igel den Milchzucker (Lactose) nicht aufschließen können und dadurch das Wachstum verschiedener Darmbakterien gefördert wird, zu zu Blähbäuchen und Durchfällen.

 

Da Hundemilch aus 78,3 % Wasser, 9 % Fett, 8 % Eiweiß und 3,1 % Kohlenhydrate besteht, eignen sich daher Präparate zur Hundwelpenaufzucht sehr gut.

Ø Die beste Ersatzmilch ist Esbilac (Milchaustauschfutter für Hunde). Leider ist sie in Österreich nicht erhältlich. Man müsste sie in Deutschland besorgen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sie über den Verein der Igelfreunde in Salzburg zu beziehen. Eine Dose zu 340 g kostet etwa 300,- ATS. Auch Welpi-Lac, die in Tierhandlungen erhältlich ist, wäre geeignet.

Ø Eine Ersatzmilch, die ebenfalls bestens geeignet wäre, ist Ziegenkolostralmilch, aber sie ist ebenfalls nicht leicht aufzutreiben.

Ø Eine weitere Möglichkeit, die in fast jeder Tierhandlung erhältlich ist, ist GIMPET Cat-milk (Aufzuchtfutter für Katzen in Pulverform)

 

VORSICHT

Nicht zu verwechseln mit den Milchpacken von O´Lacey´s, Whiskas und Dergleichen, die in den Drogeriemärkten wie DM, BIPA oder Schlecker angeboten werden.

 

Ø Auch Feline Milk Equivalent (Waltham/Masterfoods), das man in der Apotheke oder beim Tierarzt bestellen kann, ist als Ersatzmilch geeignet. Die Zubereitung erfolgt wie bei GIMPET.

 

Weiters eignet sich Aledin-Heilnahrung oder Humana-H (Heilnahrung), die in Apotheken erhältlich sind, besonders für die Aufzucht von noch sehr kleinen Igeln, bis sie ein Gewicht von etwa 75 g erreicht haben, danach wird die Ernährung auf Esbilac oder Welpi-Lac umgestellt.

 

TIPP

Meistens werden solche Jungtiere am Wochenende, wenn kein Zoofachgeschäft, Drogeriemarkt oder Apotheke offen hat, gefunden. Dann kann man notfalls auch Maresi, verdünnt mit Fencheltee im Verhältnis 1:1, angereichert mit etwas Schlämmkreide und einem Tropfen eines Vitaminpräparates, verfüttern.

 

Zubereitung:

Esbilac (Welpi-Lac) wird mit Fenchel- oder bei Blähungen mit Kümmeltee immer frisch angerührt (7g Esbilac, 21 ml ungesüßter Tee, 0,5 ml Keimöl).

GIMPET Cat-milk: Genaue Dosierung beachten und mit Fencheltee anrühren, dazu eine Priese Schlämmkreide. Diese Mischung kann man jeweils bereits für den ganzen Tag vorbereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Später wird die jeweilige Futtermenge herausgenommen und im Wasserbad handwarm erwärmt.

 

Die Milchmischung niemals kalt verfüttern!

Weiters kommen kurz vor der Fütterung 1 Messerspitze Enteroferment, 1-2 Tropfen Hylaktropfen und 1-2 Tropfen Vitamin B oder Catosal hinzu. Enteroferment und Hylak-Tropfen fördern die Verdauung und verhindern so Probleme, wie einen geblähten Bauch und Wundwerden im Afterbereich. Sie bringen die Milch aber zum Gerinnen, daher erst die spätere Zugabe.

Da die Igelmilch relativ Fett enthält, kann die Ersatzmilch allmählich durch Zusatz von Keimöl, Schlag-oder Kaffeobers bzw. Maresi im Fettgehalt angereichert werden. Unverdünnte Kuhmilch hingegen führt zu breiig-wässrigem, schaumigem Durchfall und Darmentzündung.

 

Umstellung auf feste Nahrung

Ab dem Ende der dritten Woche können der Milch faschiertes, mageres Rindfleisch dazugemischt wreden. Auch Igel-Insektenfutter (Fa. Claus), Hunde- und Haferflocken und Chappi Rind kann man in einer standfesten Futterschüssel schon anbieten. Die Umstellung von breiiger Kost, die aus kleinst geschnittenen faschierten Avocados, Banane, Hühnerfleisch u dgl. besteht, auf feste Nahrung, kann bereits bei einem Gewicht von 100-130 g erfolgen. Immer wieder anbieten, ohne Zwang auszuüben.

 

Regenwürmer und Schnecken

Da verschiedene Innenparasiten Regenwürmer und Schnecken als Zwischenwirte benutzen, sollte man sie nicht zu reichlich verfüttern. Andererseits ist es für die spätere Beuteerkennung wichtig, dass bereits der Jungigel Kontakt zu seinen späteren Beutetieren hat. Regenwürmer besorgt man sich am besten im Fischereigeschäft, dort gibt es auch verschiedene Größen.

 

Geeignete Ernährung für Igel ab 200 g

Mageres Rindfleisch, Fisch roh oder gekocht, die Gräten dabei klein schneiden oder sorgfältig entfernen, Hunde- und Katzenfertigfutter, süßes, weiches Obst wie Birnen, Weintrauben, Zwetschgen, Pfirsiche, Bananen, Rosinen, geschälte Hasel- und Wallnüsse (besonders für magere und schwache Tiere), Äpfel nur in geringer Menge, Gemüse, das roh nicht verzehrt wird, ab und zu gekocht, Insekten, Gliedertiere wie Asseln und Tausenfüßler. Mehlwürmer sollten, da sie zu viel Fett und zu wenig Nährstoffe enthalten, nur sporatisch gegeben werden, Weizenkleie, Hippgemüse, Hippobst, Avocados, Kiwi, rote Rüben.

Hühnerfleisch, wegen der Gefahr einer Salmonelleninfektion immer nur gekocht; Eier niemals roh verfüttern, bevorzugt wird leicht gestockte Eierspeise. Hühnerherz, -leber und –magen nicht verfüttert, da das zu Durchfall führt.

Aber nicht jeden Tag die gesamte Palette anbieten, sondern in der Abwechslung liegt der Reiz. Auch das käufliche Igelfutter ist, obwohl es am bequemsten wäre, niemals Haupt- oder Aufzuchtfutter, sondern nur als Zusatz und Ergänzung gedacht. Bei diesen Futtermischungen sind vor allem die relativ niedrigen Protein- und Energiegehalte, die zum Teil marginalen Kalzium- und Phosphorkonzentrationen (insbesondere für Jungtiere) und die relativ hohen Gehalte an Rohfaser und N-freien Extrastoffen zu bemängeln.

 

TIPP

Ein Futter, das sehr gerne, auch von älteren Igeln, gefressen wird, besteht aus 100 g Rinderhack, 1 Hühnerei, 8 g Maiskeimöl, 10 g Weizenkleie, etwas Korvimin H+K und Futterkalk. Dabei wird das Faschierte mit dem Ei und dem Öl leicht angebraten und anschließend mit den Mineralstoffen und der Weizenkleie vermischt.

 

Ernährungsvorschlag für Igel bei einem Gewicht von 800-1200 g

1 Esslöffel Hundewurst oder Dosenfutter mit Rind, ½ Teelöffel geriebene Nüsse, ½ Teelöffel Haferflocken, ¼ Teelöffel Futterkalk, dazu geschältes Obst.

Bei Fütterung mit Dosenfutter kann der Kot ausgesprochen übelriechend sein, ist das der Fall, dann empfiehlt sich die Umstellung auf Faschiertes oder Hühnerfleisch.

 

VORSICHT

Igel verfetten bei übermäßiger Nahrungsaufnahme und zu wenig Auslauf leicht, was für das Tier ausgesprochen ungesund und tödlich sein kann. Für einen Igel mit einem Gewicht von 1 kg genügt eine tägliche Nahrungsmenge von 1-2 Esslöffel Futter.

 

Schlechten Fressern kann man das Futter durch Zusatz von Traubenzucker oder Honig schmackhafter machen. Igel sind aber im Bezug auf die Ernährung ausgesprochene Individualisten und wechseln oft ihren Geschmack, was sehr nervtötend sein kann.

Wichtig ist eine Ausgewogenheit von weicher und harter Kost, denn wenn die Nahrung zu weich ist, kommt es zu vermehrter Zahnsteinbildung mit Zahnfleischentzündung, bei zu harter Kost wiederum nützen sich die Zähne zu stark ab. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, 1-2 mal wöchentlich gekochte Hühnerhälse und Flügel zum Abnagen anzubieten. Ein paar Tropfen Sonnenblumenöl fettet fettarme Kost etwas auf und beugt übermäßigem Stachelausfall vor.

Vitaminbeigaben: 2 mal wöchentlich 1 Tropfen Vitamin D, 1 mal wöchentlich 10 Tropfen Vitamin C, täglich 3 Tropfen Vitamin B (Dosierung genau einhalten).

 

TIPP

Sollte bei erwachsenen Igeln Durchfall auftreten, dann hat sich folgende Diät bewährt: gekochter Reis, gekochte Teigwaren, mageres rohes Fleisch, gekochte Karotten, Bananen, überbrühter Zwieback und dazu Kamillentee oder dünner Schwarztee.

 

WICHTIG

Jungigeln ab einem Alter von 3 Wochen muss ständig frisches Wasser in kippsicheren Schalen zur Verfügung stehen!

 

FÜTTERUNG

Am besten eignet sich ein Einweg- oder Insulinspritze ohne Nadel, die in der Apotheke erhältlich sind. Auf den Konus kann ein Stück Fahrradventilschlauch geschoben werden. Besonders bei den Insulinspritzen bekommt man, da sie eine sehr feine Skalierung aufweisen, einen guten Überblick über die aufgenommene Milchmenge. Da die Milchreste sehr stark säuern, müssen die Spritzen jeden Tag abgekocht werden.

Die Jungigel trinken unter natürlichen Verhältnissen in Rückenlage und führen dabei normalerweise mit ihren Pfoten den Milchtritt gegen das Gesäuge des Muttertieres aus. Auch bei der künstlichen Aufzucht trinken sie am besten, wenn sie auf dem Rücken, in der hohlen Hand, liegen. Der Daumen fixiert dabei das Igelchen.

 

TIPP

Bei längeren Unterbrechungen ist es sinnvoll, die Spritze inzwischen verkehrt in ein Glas mit wärmerem Wasser zu stellen. Die Milch kühlt sonst zu schnell aus.

Fütterungsintervalle: Bis sich Augen und Ohren geöffnet haben, verabreicht man kleinen Igeln tagsüber acht und nachts zwei Mahlzeiten. Schrittweise wird dann die Anzahl der Mahlzeiten reduziert und gleichzeitig die jeweilige Nahrungsmenge angehoben.

Gewichtszunahme: Junge Igel haben ihr Geburtsgewicht nach einer Woche in etwa verdoppelt (22-50 g) und nach einem Monat verzehnfacht (110-250 g), danach sollte die Gewichtszunahme etwas langsamer verlaufen

 

WICHTIG

Nach jeder Fütterung muss die Bauch- und Analregion massiert werden. Dies geschieht mit einem Papiertaschentuch, das man 1 cm in warmes Wasser oder Kamillentee getaucht hat und damit an den Hinterbeinchen leicht kitzelt. Dabei werden Harn und Kot abgegeben.