Bhagya und Bhrikuti PDF Drucken E-Mail
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Beide Leoparden wurden als verwaiste Jungtiere in Nepal gefunden:
  • der männliche Leopard Bhagya* am Rande des Chitwan Nationalparks, als er etwa 3 Wochen alt war und noch nicht laufen konnte;
  • die Leopardin Bhrikuti im Bardia Nationalpark, als sie etwa eine Woche alt war und ihre Augen noch nicht geöffnet hatte.

(* der Name wird auf der ersten Silbe betont ausgesprochen und bedeutet „Schicksal“)

 

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Ein Hirtenjunge fand Bhagya kopfunter an einem Wasserlauf und zog ihn am Schwanz heraus. Auf seiner Suche nach Hilfe wandte er sich an die deutsche Leiterin einer nahegelegenen privaten Farm, die das Hauptquartier des Chitwan Nationalparks von dem Fund informierte. Dort gab es jedoch keine Möglichkeit, sich um das Junge zu kümmern. Auch der Zoo Kathmandu konnte das Jungtier nicht unterbringen, denn dort lebten schon 6 erwachsene Leoparden in einem 100 qm großen Gehege. So wuchs er in privater Haltung auf und lebte zunächst auf „Tiger Mountain Tharu Farm“ in einem 62 qm großen Gehege.

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Bhrikuti dagegen wurde von Wildhütern eines Anti-Wilderei-Trupps entdeckt, deren Suche nach ihrer Mutter und Geschwistern erfolglos blieb. Im Hauptquartier des Nationalparks wurde sie von den Aufsehern und Wildhütern versorgt, die sie im Alter von 6 Monaten in einen kleinen 1,20 m hohen x 1,40 m breiten - Käfig sperrten, in dem sie sich kaum bewegen konnte.

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In den letzten 30 Jahren sind alle Versuche gescheitert, verwaiste Jungtiere von Grosskatzen wieder auszuwildern. Da sie nicht das rigide Training ihrer Mutter in Jagd- und Überlebensstrategien erfahren können, sind sie ihren Artgenossen in der Wildnis unterlegen. In Chitwan als auch Bardia sind ihre Konkurrenten hauptsächlich Tiger, die Leoparden an den Rand der geschützten Gebiete drängen und auch töten. In einem solchen Habitat hätten beide keine Überlebenschance.

Es war aber auch sehr schwierig, für beide Leoparden Plätze in einem Zoo zu finden, da die in Nepal vorkommende Leoparden-

Unterart – Panthera pardus fusca – nicht in Internationalen Zuchterhaltungsprogrammen aufgenommen ist und daher auch nicht in europäischen und nordamerikanischen Zoos gehalten wird.

Zum einen wollen Zoologen Kreuzungen mit anderen Unterarten vermeiden, zum anderen sind Gehegeplätze für Leoparden sehr teuer, weil sie nach oben hin geschlossen sein müssen, so dass freiwerdende Plätze in der Regel mit Nachzuchten aus Zoos wiederbelegt werden.

Aber Bhagya und Bhrikuti hatten Glück: mit Hilfe von TIERART e.V. hat die "Leopardenmutter" Angie Schumacher nach einer sehr langen weltweiten Suche einen "Zoo-Direktor mit Herz" und freie Gehege-Plätze im Zoo Wuppertal gefunden TIERART e.V. hat das Einfuhr-Genehmigungs-Verfahren in Deutschland angestrengt und mehr als ein Jahr lang nachgehalten. Doch erst dem vereinten Engagement von Frau Schumacher, der deutschen Botschaft Kathmandu, der Vorsitzenden von TIERART e.V. sowie Bundesumweltminister Jürgen Trittin ist es zu verdanken, daß schließlich die notwendigen artenschutzrechtlichen Exportpapiere für den Transfer nach Deutschland ausgestellt wurden.
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Eine aufregende Reise in Nepal und über Wien bis Deutschland stand den Leoparden bevor. Maoistenaufstände und landesweite Generalstreiks erschwerten den Transport in Nepal, so daß ein Teil des Weges mit Eskorte der nepalischen Armee und in einem militärischen Transportflugzeug bewerkstelligt wurde. TIERART e.V. hat die in Nepal entstandenen Transport-Kosten in Höhe von 5.000 € übernommen und sammelt dafür noch Spenden.

Nach dem Flug Kathmandu-Wien-Wuppertal sind beide wohlbehalten im Zoo Wuppertal eingetroffen. Jürgen Trittin gab ihnen während einer Pressekonferenz ihre Namen:

Bhagya Mani – der Glückliche, dessen Schicksal sich zum Guten gewendet hat, und

Bhrikuti Tara – nach einer nepalischen Prinzessin, die seit dem 7. Jahrhundert als eine der "Taras" (buddhistische Gottheiten) verehrt wird, die nach buddhistischer Legende dem "Bodhisatthva Avalokiteshvara" (Verkörperung der altruistischen Idee) zur Seite stehen, das Leid in der Welt zu mindern.

Als Botschafter ihrer freilebenden Artgenossen erinnern sie uns daran, daß Handlungsbedarf besteht:


Der Leopard ist im Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens als vom Aussterben bedrohte Art gelistet. Aber in den letzten Jahren sind Leoparden vermehrt Wilderern zum Opfer gefallen; ihre Felle, Knochen und andere Körperteile werden illegal gehandelt. Es gibt jedoch keine verlässlichen Bestandsdaten aus Nepal. Deshalb versucht Angie Schumacher mit der Unterstützung von TIERART e.V. und dem Zoo Wuppertal ein Freiland-Forschungsprojekt in Nepal zu organisieren, um Bestandszahlen und Bedrohungsfaktoren zu ermitteln - erste Voraussetzung um herauszufinden, was getan werden kann, um diese elegante Art der Grosskatzen zu retten.

Bitte unterstützen Sie dieses Projekt mit einer Spende an TIERART e.V.