Verhinderung des Exportes der 4 Tiger des Tierparks Kalletal in dubiose Auslandskanäle in 2010

Bereits in 2009 hatte unser Verein über Monate hinweg die Futterkosten für die 4 Tiger, Luchse und Wölfe des Tierparks Kalletal übernommen, nachdem der Besitzer des Parks, der diesen über viele Jahre betrieben hatte,  die Tiere nicht mehr versorgen konnte. Alle Vermittlungsversuche unsererseits sowie der zuständigen Behörden, ein neues Zuhause für die Tiere zu finden, waren über ein Jahr lang gescheitert.

 

Wie froh waren wir dann, als sich endlich ein Käufer für den Park fand, der eine eigene Futterhandlung betrieb. Die Tiere nahmen zu - alles schien in Ordnung. Auch das Veterinäramt teilte zunächst unsere Begeisterung über den neuen Besitzer.

 

Plötzlich erhielt jedoch der neue Eigentümer vom Amt den Bescheid, daß er die Tiere nicht behalten dürfe, da er nicht zuverlässig sei. Von Amts wegen wurde ein Termin fetgesetzt, die Tiere aus dem Park zu entfernen.

 

Wir waren zunächst empört, da wir doch wussten, daß es unmöglich war, einen Platz für die alten Tiere zu finden. Wir befürchteten, daß die Tiere eingeschläfert werden würden, da sich ja über lange Zeit hinweg keine neue Unterkunft hatte finden lassen. Das Tierschutzgesetz verbietet zwar die Tötung von Tieren ohne besonderen Grund.  Es gibt jedoch eine Lücke, die die Behörden nutzen können: Das heißt, wenn sich kein geeigneter Platz für die Tiere findet, dürfen sie getötet werden.

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Wir kämpften also zunächst intensiv darum, daß die Tiere in ihrer vertrauten Umgebung bis zu ihrem Lebensende bleiben dürften und nahmen diesbezüglich mit dem Veterinäramt sowie dem Landrat Kontakt auf.

Als jedoch die fast ein Dutzend Anubis-Affen über Nacht aus dem Tierpark verschwanden - der Eigentümer hatte sie an einen Tierhändler verkauft und uns gegenüber dazu noch falsche Angaben über den Empfänger gemacht - mußten wir erkennen, daß  dem neuen Eigentümer nicht zu trauen war. Anubis-Affen sind praktisch nirgendwo unterzubringen und wenn dann noch Geld für die Tiere bezahlt wird, muß befürchtet werden daß sie in unseriöse Kanäle gelangt sind.

 

Kurz darauf informierte der neue Tierparkinhaber unsere Vorsitzende sowie auch das Veterinäramt, daß er ab sofort die Fütterung sämtlicher Tiere einstellen würde.

Gleichzeitig erklärte er, daß er 2 Tiger bereits an eine Zuchtanstalt in DUBAI verkauft habe und die Tiere umgehend exportieren würde.

Da es sich bei den Tigern um Kastraten  und dazu noch um  Mischlinge aus Zirkushaltung handelte , war klar, daß die Angaben - die Tiere in eine Zuchtstation zu verbringen - nicht stimmen konnten.

Vielmehr gab dies Anlaß zu der Befürchtung, daß das Leben der Tiger akut bedroht war. So viele Großkatzen gelangten in den letzten Jahren nach China, wo sie zu chinesischer Medizin verarbeitet wurden.

 

Das Veterinäramt hatte nun inzwischen die Beschlagnahme der Tiere durchgeführt.

Wie sich dann herausstellte, hatte der neue Besitzer bereits parallel einen Ausfuhrantrag beim Bundesamt über einen Tierhändler für die Ausfuhr nach Dubai gestellt. Diesem Antrag muß - wenn es sich um einen autorisierten Händler handelt - entsprochen werden. Das bedeutet, ein Tierhändler kann auch Tiger nach China oder Südafrika  liefern, da z B auch Zirkustiger oft als "vermarktungsfähig" eingestuft werden.

 

Es verblieben uns und dem Veterinäramt -  nur wenige Tage, um den Tigern dieses entsetzliche Schicksal zu ersparen. Unsere Vorsitzende fuhr nach Nordholland, um mit dem Leiter der Auffangstation Pantera doch noch einen Weg zur Übernahme der 4 Tiger zu finden.

 

Innerhalb weniger Tage wurden Gehege bei Pantera vorbereitet und sodann die 4 Tiger von Pantera abgeholt.  Derzeit läuft  von Pantera ein Bauantrags-Verfahren für großzügige neue Gehege auf einem neu erworbenen Gelände.

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Bitte lesen Sie hierzu das Schreiben der leitenden Amtsveterinärin des Veterinäramtes Detmold an unseren Verein. Auch wir haben Frau Dr. Müller-Bierwirth vom Veterinäramt Detmold sehr dafür zu danken, daß durch die tägliche vertrauensvolle und  enge Zusammenarbeit kein Tier des Tierparks Kalletal zu Tode kam, sondern alle Tiere letztendlich ein neues Zuhause fanden.

 

Wölfe des Tierparks Kalletal

Nachdem leider kein Tierpark oder Zoo in Deutschland bereit war, die wunderschönen kanadischen Wölfe aufzunehmen, mußten die Tiere bis  nach Wales in Grossbritannien in eine Auffangstation verbracht werden. Eine Tortur für die bereits 15 Jahre alten Tiere.

 

Glücklicherweise geht es den Tieren inzwischen sehr gut. Wir arbeiten inzwischen eng mit dieser englischen Auffangstation zusammen - auch wegen der Unterbringung anderer Tiere, die in Deutschland "überflüssig" geworden sind und keine Unterbringung finden konnten.

 

Auch dies zeigt wieder, wie wichtig es ist, eine Auffangstation für beschlagnahmte Tiere in Deutschland zu bauen.